Polimentvergoldung bei Bilderrahmen
Von Andrea • 06.07.2009 • Kategorie: Arten von Bilderrahmen
[/caption]
Die Polimentvergoldung gehört zu den Techniken der Rahmenvergoldung mittels Blattgold. Diese Technik bedarf Zeit, Geduld und Geschick im Umgang mit dem wertvollen Material. Bilderrahmen mit Polimentvergoldung haben einen einmaligen Charakter – warm und edel in der Optik.
Die Technik
Der Bilderrahmen wird zunächst mit einer gipsartigen Masse aus einer Mischung aus Schlämmkreide, Leim und Wasser bestrichen. Die Masse wird Gesso genannt und es werden mehrere Schichten aufgetragen, wobei die erste Schicht der Versiegelung des rohen Bilderrahmens dient. Anschließend werden etwa 8-12 Schichten mit stärker verdicktem Gesso aufgetragen. Jedoch Schicht muss jedoch zuvor vollkommen durchtrocknen, bevor die nächste aufgetragen wird. Die letzte Schicht wird abschließend mit sehr feinem Schmirgelpapier glattgeschliffen.
Danach werden vier bis sechs Schichten mit einem Tonerde-Silikat (Bolus) aufgetragen. Hierbei entscheidet sich schon die Färbung des fertigen Rahmens, denn diese hängt von der Färbung des Bolus ab. Ist die letzte Schicht Bolus durchgetrocknet, wird der Rahmen mit sehr feiner Stahlwolle bearbeitet und von Unebenheiten und Unreinheiten befreit.
Nun kann mit dem Blattgoldauftrag begonnen werden. Die hauchdünnen Blättchen sind sehr empfindlich und werden zuvor auf einem Vergolderkissen geglättet und zurechtgeschnitten. Mit einem flachen Spezialpinsel, dem Anschießer, streicht sich der Vergolder übers Gesicht. Eine Methode, um den Pinsel statisch aufzuladen. Anschließend nimmt dann mit ihm ein Stück Blattgold auf und legt es auf die leicht angefeuchtete Bolusschicht und drückt es mit einem weiteren Spezialpinsel, einem Fehhaarpinsel an.
In die Spalten der Rahmenleisten wird das Blattgold mit einem so genannten Polierachat gedrückt. Der Achat ist ein glatter und weicher Edelstein, der das feine Blattgold nicht beschädigt.
Blattgold
Die Farbpalette von Blattgold ist recht vielfältig und reicht von zartem Zitronengelb bis zum rötlichen Gold-Farbton. Zusätzlich bestimmt der Bolus später den Gesamtfarbton eines Goldrahmens mit.
Bolus
Bolus ist eisenoxidhaltige Tonerde. Sie kommt in verschiedenen Farbtönen vor, z.B. Rosa, Blau, Schwarz, Rot und Ocker. Dieser bestimmt bei der Rahmenvergoldung den späteren Farbtones des Goldes mit. Bei der Rahmenvergoldung, bzw. bei der Polimentvergoldung wird dieser nach den Gesso-Schichten und vor dem Auflegen des Blattgoldes aufgetragen.
Gesso
Gesso ist eine gipsartige Masse. Bestehend aus Schlämmkreide, Leim und Wasser. Vor der Vergoldung wird der Rahmen damit bestrichen. Je nach Qualität des Bilderrahmens werden 8 – 12 Schichten aufgetragen, um den Rahmen optimal zu glätten und für die weitere Verarbeitung vorzubreiten.
Ähnliche Beiträge:
